Tagesfortbildung Intensivpflege

Krankenbeobachtung in der außerklinischen Intensiv- und Beatmungspflege

Die fachpflegerische Begleitung von Menschen mit (technologiegestütztem) Unterstützungsbedarf bei der Atmung erfordert eine strukturierte und fundierte Beobachtung der Vitalzeichen sowie eine Interpretation der gemessenen Werte im Zusammenhang mit dem Befinden des Patienten und der sonstigen krankheits- und umgebungsbedingten Faktoren.

Techniken der speziellen Krankenbeobachtung sollten regelmäßig aufgefrischt und neu eingeübt werden. Mit dieser Fortbildung geben wir Ihren Pflegefachkräften die Möglichkeit, Sicherheit in den komplexen Aufgaben im Rahmen der speziellen Krankenbeobachtung zu erlangen.

Außerklinische Beatmung – Fresh Up (inkl. Geräteeinweisung)

Eine auf die Stabilisierung der Atmung und die Entwöhnung vom Respirator ausgerichtete fachpflegerische Begleitung von heimbeatmeten Patienten erfordert ein ausgeprägtes und vielfältiges Knowhow der Pflegefachkräfte. Mit dieser kompakten Fortbildung können die teilnehmenden Pflegefachkräfte ihr Wissen über die Grundlagen der außerklinischen Beatmung aktualisieren.

Krankheitsbild COPD

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung gehört als sog. „Zivilisationskrankheit“ zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Nach aktuellen Studien wird mit einem Anstieg der Erkrankungen in Deutschland auf 7,9 Millionen bis 2030 gerechnet.

Patienten mit COPD sind im Krankheitsverlauf häufig auf umfassende pflegefachliche Betreuung und Anleitung angewiesen. Eine Sauerstoff-Langzeittherapie (LTOT), häufig begleitet mit Atemnot und eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit bis hin zur Abhängigkeit vom Respirator prägen häufig das Krankheitsbild im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung.

In dieser Fortbildung werden die pathologischen Prozesse der Erkrankung erläutert, die häufig gewählten medikamentösen Therapieansätze diskutiert und pflegefachliche Interventionen vor dem Hintergrund permanenter oder schubweise eintretender Atemnot auch praktisch eingeübt.

Tracheostomapflege / Trachealkanülen

Die Anlage eines Tracheostomas gehört zu den häufigsten Indikationen für eine spezielle Krankenbeobachtung im Rahmen der außerklinischen Intensiv- und Beatmungspflege. Pflegefachkräfte müssen sich einen Überblick verschaffen über die Art der Tracheostomaanlage (operativ angelegtes epithelialisiertes Tracheostoma oder Dilatationsstoma) und die Formen und Arten der Trachealkanülen. Nachweislich soll gemäß S2k-Leitlinie „Nichtinvasive und invasive Beatmung als Therapie der chronischen respirativen Insuffizienz – Revision 2017“ ein sicherer Kanülenwechsel allein durch Pflegekräfte (also ohne direkte ärztliche Aufsicht) möglich sein.

Das Seminar verschafft den Teilnehmer/-innen einen strukturierten Überblick über die verschiedenen Arten und Formen der Trachealkanülen und sonstigen Devices (Aufsätze etc.) sowie über verschiedene Interventionen zur Unterstützung der Sekretolyse (Inhalationen) und des Sekrettransports (Cough-Assist, Lagerungsregime, Absaugungen); Wechsel der Trachealkanülen und die Pflege des Tracheostomas werden am Phantom geübt.

Notfallmanagement in der außerklinischen Intensiv- und Beatmungspflege

Notfälle in der außerklinischen Intensiv- und Beatmungspflege unterscheiden sich in ihrer Ursache, der Häufigkeit und in den pflegefachlichen Handlungsalgorithmen grundlegend von Notfällen im somatischen Pflegesetting. Beatmungszwischenfälle, Verlegung der Atemwege oder Entgleisungen der Vitalparameter erfordern von den Pflegekräften ständige Aufmerksamkeit sowie routinierte und sichere Handlungsbereitschaft. Sichere und strukturierte Interventionen bei einem eintretenden Notfall müssen immer wieder in Form von Notfallsimulationen und Aufarbeitung stattgefundener Notfälle eingeübt werden. Dieses Training erfolgt im Rahmen des Notfallseminars.

Basic Life Support, Beatmung mit einem Beatmungsbeutel, C-Griff, Schocklagerungen und stabile Seitenlage werden in praktischen Einheiten geübt.

Die Teilnehmer/-innen erhalten nach Absolvierung der Veranstaltung ein Zertifikat, das als Nachweis der Teilnahme an Notfallmaßnahmen und Erster Hilfe (gem. Prüfkriterium 5.6 der QPR ambulant/stationär) verwendet werden kann.

Anforderungen an die Pflege von Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen (NME)

Patienten mit fortgeschrittenen NME stellen Pflegefachkräfte im Setting der außerklinischen Beatmungspflege häufig vor besondere Herausforderungen, da die Erkrankungen oftmals bei relativ jungen Patienten mit einer vielschichtigen Symptomatik (u.a. Muskelschwäche im oropharyngealen Bereich, bulbäre Symptome, Hustenschwäche mit unzureichender Clearance und ausgeprägte Affektlabilität) einhergehen. Darüber hinaus sind Besonderheiten der verschiedenen Erkrankungsgruppen (Muskeldystrophien, myotone Dystrophien, amyothrophe Lateralsklerose, erworbene NME) und der diversen Subtypen (Morbus Duchenne, Guillain-Barré-Syndrom etc.) zu beachten.

In diesem Seminar erlangen die Teilnehmer/-innen einen Überblick über die multiplen Symptome der einzelnen NME und die spezifischen Anforderungen an die Beatmungspflege. Pflegerische Behandlungspfade und Indikatoren für eine außerklinische (noninvasive oder invasive) Beatmung werden erläutert

Ethische Betrachtungen: Beatmungspflege – Palliative Care – End of Life Care

Die Prinzipien der Palliative Care

  • Freiheit von Schmerz und Agitation,
  • Keine Beschleunigung, aber auch keine Verzögerung des Sterbens,
  • Anerkennung von Leben und Sterben als physiologische Prozesse,
  • Integration von psychologischen und spirituellen Aspekten,
  • Unterstützung des Lebens bis zum Ende und Unterstützung der nahestehenden Personen

können u. U. mit einer Beatmungstherapie unter dem Gesichtspunkt der Dyspnoekontrolle vereinbar sein. Es besteht aber gleichzeitig die Gefahr, dass das Leiden des Patienten unnötig verlängert und ein würdevolles Sterben am Ende eines langen Krankheitsverlaufs verhindert wird.

In diesem Seminar wird den Teilnehmer/-innen Gelegenheit gegeben, sich in einem offenen Dialog über das Spannungsfeld zwischen Beatmungspflege, Palliative Care und End of Life Care auszutauschen.